MODUL: VOGELSTIMMEN

Steckbriefe

Die Amsel

Hallo, ich bin die Amsel!

Du hast mich bestimmt schon einmal beobachtet, wie ich blitzschnell über eine Wiese laufe, im Boden picke und mit einem Regenwurm im Schnabel wieder davoneile. Oder du hast mich singen gehört, mein Gesang besteht aus klaren, melodischen Flötentönen und erklingt oft tagsüber, manchmal sogar bis spät am Abend.

Aussehen

Schau dir mein Foto genau an: Ein Amselmännchen kannst du leicht erkennen: es hat ein schwarzes Gefieder und einen orangegelben Schnabel. So sieht bei uns kein anderer Vogel aus. Die Weibchen sind ähnlich groß, haben ein dunkelbraunes Gefieder, einen hellen Hals und einen Schnabel, der braun oder gelb ist.

Lebensweise

Ich bin ursprünglich ein Waldvogel, der im dichten Unterholz der Wälder lebt. Heute lebe ich auch in Parks und in der Stadt, am liebsten dort, wo es Büsche und Sträucher zum Verstecken gibt. Als Männchen schlage ich mögliche Orte für das Nest vor, als Weibchen suche ich einen davon aus und baue dort das Nest, zum Beispiel unter oder in den Sträuchern.

Ich mag Würmer, Insekten und Schnecken. Im Herbst fresse ich gerne Beeren. Im Winter fresse ich auch gerne Äpfel oder sogar Brot.

Die Blaumeise

Ich bin die Blaumeise, der kleine blaue Hüpfer, der oft in Gärten und Siedlungen herumflattert. Ich besuche auch oft Futterstellen, da bin ich manchmal ein bisschen frech und teile mein Futter nicht so gern. Vielleicht hast du mich schon einmal aus einem Nistkasten fliegen sehen. Als Höhlenbrüter wohne ich gerne in fertigen Nistkästen.

Ich fliege meist nur kurze Strecken, von Zweig zu Zweig oder von Baum zu Baum. Mit meinen kurzen, kräftigen Zehen kann ich mich besser als andere Meisen an dünne Zweige oder sogar an Blätter hängen und dort nach Futter suchen.

Aussehen

Schau dir mein Foto an: Meine Kopfplatte ist blau, meine Wangen und mein Hals sind weiß. Meine Augen liegen in einem schwarzen Streifen. Mein Bauch leuchtet gelb, meine Flügel sind blau, und mein Körper wirkt grünlich. Diese Farbkombination macht mich unverwechselbar.

Lebensweise

Im Herbst und Winter ziehe ich oft mit anderen Meisen in kleinen Gruppen umher. Ich wohne gern in lichten Wäldern, aber auch in Parks, Gärten und an Bäumen mit Gebüschen.

Ich baue mein Nest in Baumhöhlen, Nistkästen oder manchmal auch in Mauerritzen. Das Nest baut das Weibchen ganz allein: zuerst mit Moos und kleinen Grashalmen, dann polstert sie es mit Tierhaaren und Federn aus. Nur das Weibchen brütet die Eier aus, während das Männchen das Revier schützt. Später füttern beide Eltern die Jungen.

Ich esse gern kleine Insekten, Larven und Läuse von den Blättern. Im Winter fresse ich vor allem Nüsse, Sonnenblumenkerne, Meisenknödel, Äpfel und Beeren.

Der Buntspecht

Ich bin der Buntspecht, der häufigste Specht bei uns. Am liebsten wohne ich in Laub- und Nadelwäldern. Mit meinem kräftigen Schnabel hacke ich altes Holz, um Insekten zu finden oder meine Höhlen zu bauen. Jedes Jahr zimmere ich neue Höhlen, ich bin ein richtiger Baumeister im Wald! Viele andere Tiere, wie Meisen, Stare oder Fledermäuse, nutzen meine alten Höhlen zum Nisten oder Verstecken.
Dank meiner starken Beine, spitzen Krallen und meines Stützschwanzes klettere ich perfekt an Baumstämmen hoch. Meine lange, klebrige Zunge mit Widerhaken hilft mir, Insekten tief aus Ritzen zu holen. Ich singe nicht, aber dafür trommle ich und sage damit den anderen Spechten, wo ich wohne.

Aussehen

Schau dir mein Foto an: Ich habe einen schwarzen Kopf mit weißer Stirn und weißen Wangen. Meine weißen Kopfseiten werden von einem schwarzen Band durchzogen. Auf meinem schwarzen Scheitel trägt das Männchen einen roten Fleck im Nacken. Weibchen habe diesen roten Fleck nicht. Ich bin etwa so groß wie eine Amsel.

Lebensweise

Ich werde oft „Zimmermann des Waldes“ genannt. Am liebsten wohne ich in Wäldern mit vielen alten Bäumen. Mit meinem keilförmigen Schnabel, den man Meißelschnabel nennt, hämmere ich kräftig ins Holz. Damit ich dabei keinen Brummschädel bekomme, ist mein Kopf wie mit einem natürlichen Schalldämpfer geschützt.

Viele nennen mich auch Baumdoktor, weil ich Käferlarven und Insekten aus dem Holz picke, darüber freuen sich die Bäume! Die finde ich unter der Rinde oder tief in kleinen Gängen. Manchmal stehle ich auch Eier oder Jungvögel aus anderen Höhlen. Im Winter esse ich gern Nüsse und Samen, und im Frühling trinke ich sogar den Saft aus den Bäumen.

Wir Spechte bauen sehr tiefe Nisthöhlen und polstern sie mit feinen Holzspänen aus. Im Frühling legt das Weibchen 5 bis 7 weiße Eier, die von beiden Elternteilen abwechselnd bebrütet werden. Nach dem Schlüpfen kümmern sich beide Eltern liebevoll um die Jungvögel und wärmen sie. Damit es in der Höhle sauber bleibt, nehmen wir beim Rausfliegen auch den Kot der Jungen mit.

Der Gartenbaumläufer

Ich bin ein Gartenbaumläufer und verbringe, wie mein Name schon sagt, die meiste Zeit an Baumstämmen. In kleinen Sprüngen klettere ich aufwärts, halte mich mit meinen spitzen Krallen fest und stütze mich mit meinem langen Schwanz ab. Mit meinem gebogenen Schnabel picke ich Insekten und Spinnen aus der Rinde. Anders als der Kleiber kann ich nur nach oben klettern, nicht kopfüber nach unten.

Aussehen

Schau dir mein Foto an: Mein Rücken ist dunkelbraun mit feinen weißen Flecken, die mich perfekt auf Baumstämmen tarnen. Mein Hals und Bauch sind weiß.  Männchen und Weibchen sehen bei uns gleich aus. Mein langer Schwanz dient mir sowohl als Stütze beim Klettern als auch zur Steuerung beim Flug.

Lebensweise

Ich lebe gern in Wäldern, Parks, Gärten und auf Streuobstwiesen. Am liebsten mag ich Bäume, deren Rinde viele Rillen hat, weil dort viele Insekten wohnen, die ich fressen kann.

Im Frühling bauen Männchen und Weibchen zusammen ein schmales Nest aus Moos, Gräsern, kleinen Wurzeln und Zweigen. Innen machen wir das Nest mit Federn und weicher Wolle richtig gemütlich. Das Weibchen legt fünf bis sieben Eier, die rotbraun gesprenkelt sind. Danach kümmern sich beide zusammen um die Eier und später um die Jungen.

Im Winter bin ich meistens allein unterwegs. Wenn es sehr kalt wird, kuschele ich mich aber gern mit anderen Baumläufern zusammen. Im Sommer treffen wir uns auch oft in kleinen Gruppen und klettern gemeinsam die Bäume hoch.

Der Kleiber

Ich bin der einzige Vogel der mit dem Kopf voran die Baumstämme herunterlaufen kann. Ich heiße Kleiber, weil ich wie ein „Kleiber“, ein früherer Handwerker, der Wände aus Lehm baute,  meine Nisthöhleneingänge mit Lehm und Speichel verkleinere. Dann sind meine Kinder darin vor Fressfeinden geschützt.  Die Aufzucht der Jungen teilen wir uns. Das Weibchen legt die Eier und brütet sie aus. Das Männchen bringt Futter herbei, damit alle satt werden.

Aussehen

Schau dir mein Foto genau an: ich habe eine grau-blaue Oberseite. Die Unterseite ist ockergelb. Meine Kehle ist weiß. Mein Schnabel ist auffallend lang. Vom Schnabel aus geht  ein schwarzer Streifen durch das Auge bis zu den Kopfseiten.

Lebensweise

Ich laufe oft die Baumstämme hoch und runter. Ich habe dabei nie beide Füße auf derselben Höhe, sondern immer einen Fuß oben und einen Fuß unten.

Ich kleibere nicht nur die Höhle für meinen Nachwuchs, auch ich selbst schlafe in Höhlen oder hinter loser Rinde. Am liebsten mag ich Gebiete, in denen es viele Eichen gibt. Die haben eine raue Borke, hinter der sich Insekten verstecken, die ich gerne fresse. Hier gibt es auch viele Klettermöglichkeiten. Zusätzlich kann ich die Früchte, die Eicheln, im Herbst und Winter fressen.

Wir leben als Paar zusammen und verteidigen unser Revier zusammen gegen andere Kleiber.

Die Kohlmeise

Ich bin eine Kohlmeise und du hast mich bestimmt schon in Gärten gesehen. Als größte Meise in Europa sehe ich neben der kleinen Blaumeise ganz schön kräftig aus. Genau wie meine Verwandten, die Blaumeisen, bin ich richtig schlau, in England habe ich sogar gelernt, Milchflaschen zu öffnen, um an den Rahm zu kommen!

Aussehen

Schau dir mein Foto an: Mein Kopf ist glänzend schwarz, nur meine Wangen sind weiß. Mein Mantel ist sanft moosgrün, und über meinen blaugrauen Flügeln läuft eine weiße Binde. Die Weibchen von uns sind nicht so glänzend und bunt wie die Männchen.

Lebensweise

Ich lebe bevorzugt in Wäldern, Parks und Gärten mit vielen Bäumen und Sträuchern. Als Höhlenbrüter baue ich mein Nest meist in Baumhöhlen oder Nistkästen und polstere es mit weichem Material wie Moos aus.

Ich lege sechs bis zwölf Eier, die die Weibchen ausbrüten, während die Männchen sie versorgen. Nach dem Schlüpfen hütet und füttert sie die Jungen. Auch nachdem die Jungen das Nest verlassen haben, werden sie noch eine Weile von den Eltern versorgt. Als Jungtiere müssen wir besonders aufpassen. Unsere Jungen sind vielen Gefahren ausgesetzt, etwa durch Katzen, Greifvögel, Parasiten und Krankheiten.

Ich esse hauptsächlich Insekten, Larven, Samen und Nüsse.

Das Rotkehlchen

Du hast mich sicher schon an meiner leuchtend roten Kehle erkannt. Ich bin nicht besonders scheu und traue mich oft ganz nah an Menschen heran – vor allem, wenn ich dort etwas Leckeres zu fressen finde.

Anders als viele andere Vögel baue ich mein Nest manchmal direkt am Boden. Aber keine Sorge, ich verstecke es gut, zwischen dichten Wurzeln, im Gestrüpp oder unter einem schützenden Busch.

Aussehen

Schau dir mein Foto genau an: du kannst mich kaum verwechseln. Der orange-rote Fleck, dem ich meinen Namen verdanke, zieht sich über die Brust und das Gesicht. Meine Oberseite ist oliv-braun gefärbt. Meine Unterseite ist heller. Ich habe eine rundliche Körperform, so dass mein Hals kaum zu erkennen ist.

Lebensweise

Ich fühle mich in Wäldern, Parks und Gärten zu Hause.

Ich fresse gerne Bodeninsekten. Manchmal folge ich großen Tieren und hoffe, dass sie im Boden wühlen, oder beim Gehen Blätter umdrehen. Dann komme ich und suche dort nach Insekten. Im Winter fresse ich auch Beeren. Wir Rotkehlchen baden übrigens auch sehr gerne. Manchmal kannst du uns bis zu drei Mal am Tag dabei beobachten, sei es in einer flachen Pfütze, am Rand eines kleinen Teichs oder sogar in den zarten Tautropfen am Morgen

Der Schwarzspecht

Ich bin die größte Spechtart in unserem Land. Laut schallt mein Klopfen durch den Wald, wie ein Trommelwirbel auf Holz. Wer das wohl war? Ein Schwarzspecht ist‘s, der seinen Schnabel mit rasender Geschwindigkeit auf den Stamm einer Eiche schlagen lässt.

Aussehen

Schau dir mein Foto genau an: ich bin ganz in Schwarz gekleidet.

Als Männchen trage ich eine leuchtend rote Kappe, die sich von der Stirn bis zum Hinterkopf zieht. Beim Weibchen hingegen sind nur die Federn am Hinterkopf rot gefärbt. Meine Augen sind hell, und mein langer, teilweise heller Schnabel ist ideal, um Holz aufzustemmen. Mit meinen kräftigen Krallen halte ich mich sicher am Baumstamm fest, während mein starker Schwanz mir zusätzlichen Halt gibt.

Lebensweise

Als Paar beanspruchen wir ein großes Revier, der gesamte Tiergarten in Siegen allein würde dafür nicht ausreichen. Deshalb lebe ich im und rund um den Tiergarten. Am liebsten bewohne ich alte Wälder mit großen, alten Bäumen. Dort finde ich nicht nur Nahrung, sondern auch geeignete Plätze zum Brüten und Höhlenbauen.

Wenn das Weibchen Eier legt, wechselt sich das Brutpaar beim Brüten ab und hält die Eier dabei stets warm.

Unsere Nahrung suchen wir meist am Boden. Mit meinem kräftigen Schnabel hacke ich Baumstämme auf, um Insekten zu finden, oder stochere in Ameisenhaufen, denn Ameisen gehören zu meinen Lieblingsspeisen.

Der Waldkauz

Ich bin der Waldkauz, die häufigste Eulenart hierzulande. Wie viele meiner Verwandten bin ich nachtaktiv und fliege fast lautlos durch die Dunkelheit.

Mein Ruf ist ziemlich bekannt: ein lang gezogenes „Huu-hu-huhuhuhuu“. Besonders im Herbst und Spätwinter ist er oft zu hören, dann balze ich oder markiere mein Revier.

Meine Augen sind, wie bei allen Eulen, unbeweglich. Aber das macht nichts: Um mein Blickfeld zu erweitern, kann ich meinen Kopf fast einmal im Kreis drehen.

Aussehen

Schau dir mein Foto genau an: ich bin etwa so groß wie eine Krähe. Mein großer, runder Kopf mit meinen tiefschwarzen Augen ist ziemlich auffällig, aber Federohren habe ich nicht. Dafür habe ich zwei weißliche Stirnbrauen. Mein Schnabel ist kräftig gebogen und leuchtet in einem schwefelgelben Ton. Mein Gefieder kann rostbraun oder graubraun sein, durchzogen von dunklen Flecken und feinen Längsstreifen.

Lebensweise

Am liebsten wohne ich in höhlenreichen, lichten Wäldern, aber ich brüte auch oft in Gebäuden. Tagsüber ruhe ich mich gerne auf dicken Ästen aus. Dann sitze ich ganz still, meine Augen manchmal nur zu einem schmalen Spalt geöffnet, aber dennoch bin ich wachsam.

Hauptsächlich ernähre ich mich von Mäusen, Wühlmäusen und anderen kleinen Säugetieren.

Meine Balz beginnt im Herbst und Spätwinter, und im Frühling brüte ich meine Eier aus. Während die Weibchen sich um die Jungen kümmern, bringen die Männchen das Futter. Nach etwa einem Monat verlassen die Jungen, die sogenannten „Ästlinge“, die Nisthöhle, bleiben aber erst einmal in der Nähe.

Der Zaunkönig

Ich zähle zu den Zwergen unter den heimischen Singvögeln – nur die winzigen Goldhähnchen sind noch kleiner als ich. Mein Name ist Zaunkönig, und mein wissenschaftlicher Name bedeutet „Höhlenbewohner“. Das passt gut zu mir, denn ich baue ein kunstvolles Nest: eine kugelige, geschlossene Höhle aus Blättern, Halmen, Wurzeln, und kleine Äste und Moos, gut versteckt im dichten Unterholz.

Aussehen

Schau dir mein Foto an:  Mein Gefieder ist überwiegend braun – oben etwas dunkler, unten heller. Besonders auffällig ist mein kurzer Stummelschwanz, den ich fast immer stolz aufrecht trage. Mit meinem kompakten Körperbau und den kurzen, runden Flügeln bin ich perfekt an ein Leben im dichten Gestrüpp angepasst. Fliegen kann ich nicht besonders gut, dafür hüpfe ich flink und wendig durch das Unterholz.

Mit meinem feinen, leicht gebogenen Schnabel durchstöbere ich die kleinsten Ritzen und Winkel, immer auf der Suche nach Insekten, Spinnen und Larven – meine Lieblingsspeise.

Lebensweise

Ich lebe gern in Wäldern, Gärten, Parks oder an Feldrändern – überall dort, wo es viele Sträucher gibt.

Wenn es Frühling wird, bauen die Männchen mehrere kugelige Nester – wir nennen sie „Backofennester“, wegen ihres seitlichen Eingangs. Sie sind gut versteckt im dichten Unterholz, nah am Boden. Mit diesen Nestern versuchen die Männchen, Weibchen zu beeindrucken.

Wenn sich eines für ein Nest entscheidet, übernimmt das Weibchen die Auspolsterung mit feinen Materialien. Ab Ende März legt sie fünf bis acht weißliche, rostbraun gefleckte Eier. Gemeinsam kümmern sie sich später um den Nachwuchs – die sogenannten „Ästlinge“, sehen uns Erwachsenen schon recht ähnlich.

Sie füttert die Kleinen, während er das Revier bewacht, neue Nester baut und versucht, vielleicht noch ein weiteres Weibchen für eine zweite Brut zu gewinnen.